Eingewöhnung

 

 

Der Käfig sollte an einem trockenen und hellen Platz in der Wohnung aufgestellt werden. Pralle Sonneneinstrahlung sollte – vor allem bei Albinos – vermieden werden. Bei Exemplaren mit roten Augen sollte auch bei künstlichem Licht auf die Reaktion des Rennmaus geachtet werden, da einige Tiere offenbar auch mit künstlichem Licht, wenn es direkt in den Käfig fällt, Probleme haben können. Oft wirken sie dann unruhig und verängstigt. Ein Tuch, oben auf den Käfig gelegt, kann hier Abhilfe schaffen.
Die Raumtemperatur sollte am besten zwischen 15 und 25° C liegen. Dringend vermeiden sollte man Zugluft, da Rennmäuse sehr empfindlich darauf reagieren.  Zigarettenqualm, Küchendunst und ständige Unruhe sollten ebenfalls vermieden werden, allerdings können letztere nach einer Eingewöhnungsphase von den Tieren akzeptiert werden. Auch sollte man beachten, dass die Tiere auch nachts aktiv sein können, so dass man den Käfig am besten an einem Ort aufstellt, an dem man sich selbst nachts nicht gestört fühlt.

Hochheben und festhalten kann man Rennmäuse am besten, indem man sie anlockt und sie auf die geöffnete Hand klettern lässt. Meist lässt sich die Rennmaus dann problemlos hochheben. Zum tTragen hält am am besten die andere Hand über das Tier, so dass eine Art Höhle entsteht, in der die Maus sitzt. NIEMALS darf man beim Einfangen eine Rennmaus am Schwanz ziehen. Dieser kann nämlich sehr leicht abreißen, und dann läuft das Tier mit einem skelettierten Schwanz herum, von dem es sich später selbst die Knochen amputiert, weil das Fell nicht wieder nachwächst. Zum einen ist sie dann nicht mehr in der Lage, vernünftig zu klettern und balancieren, zum anderen hat die Rennmaus dann dauerhafte Schmerzen.

Wenn man die Rennmäuse gekauft und auf dem schnellsten Weg nach Hause in den neuen Käfig gebracht hat, sollte man sie am besten erstmal eine Weile in Ruhe lassen, damit sie sich an ihre neue Umgebung gewöhnen können. Dann sollte man anfangen, sich mit den Tieren zu unterhalten, damit sie sich an die Stimme gewöhnen und mit ihr vertraut werden. Auslauf sollten sie in den ersten paar Tagen nicht bekommen, da es sonst schwer wird, die Mäuse wieder in den Käfig zu bekommen. Relativ schnell kann und sollte man damit anfangen, ab und zu Leckerbissen (in Maßen!) zu geben – sei es in Form von frischem Obst und Gemüse oder entsprechenden im Zoohandel erhältlichen Produkten -, da man so sehr schnell das Vertrauen von Rennmäusen gewinnen kann. Ein leichtes Kraulen an der Rennmauswange oder hinter dem Ohr und ein sanftes Streicheln an der Seite tut sein Übriges dazu.  Auf diese Art ist es auch möglich, kleinere Rituale einzuführen, die es ermöglichen, den Alltag der Rennmäuse etwas zu strukturieren und sie gut in seinen eigenen Alltag zu integrieren.

Rennmäuse sind im übrigen sehr neugierig, was die Eingewöhnung erheblich erleichtert und sie auf Dauer sehr zutraulich und handzahm machen wird. Zwar werden sie nicht immer aufs Wort folgen, allerdings kann und sollte man ihnen gewisse Grenzen stecken, die in der Regel akzeptiert werden. So werden sie z. B. nach einiger Zeit auf ihren Namen und kurze prägnante Befehle reagieren. Auf jeden Fall ist es jedoch wichtig, dass die Rennmaus lernt, dass man es gut mit ihr meint und ihr nichts Schlimmes passieren wird.