Haltung von Rennmäusen

 

 

Rennmäuse werden im Schnitt 3-5 Jahre alt, d.h., 3-5 Jahre lang Pflege und Verantwortung für die Maus zu übernehmen.

Rennmäuse sind sehr gesellige Tiere, die auf den Kontakt zu Artgenossen angewiesen sind. Man sollte also nie eine Rennmaus als Einzeltier halten. Das Aneinanderkuscheln beim Schlaf und die gegenseitige Fellpflege sind für das Wohlbefinden der Rennmaus sehr wichtig. Dazu kommt, dass Rennmäuse, die mindestens zu zweit gehalten werden, schneller zutraulich werden als Einzeltiere, die oft sehr scheu sind. Die Einzeltierhaltung kann auch dazu führen, dass die Rennmaus Verhaltensstörungen entwickelt oder sogar aufgrund von Einsamkeit stirbt. Selbst, wenn man sich liebevoll um das Tier kümmert, kann man ihm den Artgenossen nicht ersetzen. Also am besten gleich zwei oder mehr Tiere anschaffen.

Am besten versteht sich in der Regel ein Pärchen, das auf Dauer allerdings (vielleicht unerwünschten) Nachwuchs mit sich bringt. Man kann genauso gut gleichgeschlechtliche Tiere halten. Diese sollten dann aber nach Möglichkeit aus einem Wurf stammen, da Brüder und Schwestern sich normalerweise am besten verstehen. Männchen haben sich bei mir im übrigen als friedfertiger erwiesen, sodass ich bei Haltung von gleichgeschlechtlichen Tieren die Männchen den Weibchen vorziehen würde.  

Als Unterbringung eignen sich Gitterkäfige ebenso wie Terrarien und Aquarien, solange sie genug Platz bieten. Aus eigener Erfahrung rate ich eher zu letzteren, da Rennmäuse sehr gern scharren und die Tiere so nicht die Einstreu aus dem Käfig scharren können. Außerdem wird so ein ständiges Gitternagen verhindert. Der entscheidende Nachteil an Aquarien und Terrarien ist jedoch, dass sie nicht so leicht reinigen lassen wie Gitterkäfige. In Bezug auf die Größe sollte man folgende Maße als Grundlage nehmen (vorausgesetzt, die Tiere bekommen regelmäßig Auslauf):

30x50 cm bis zu 2 Tieren,
60x100 cm bis zu 5 Tieren, usw.

Wenn man einen Käfig mit mehreren Ebenen bekommen oder selbst bauen kann, sollte man die Gelegenheit ruhig nutzen, da man so viel Platz sparen, den Rennmäusen aber dennoch eine vergleichsweise große Grundfläche bieten kann. Darüber hinaus erhalten die Rennmäuse so Gelegenheiten zum Klettern und Springen. In diesem Fall bietet es sich auch an, beispielsweise das Futter und/oder den Trinknapf (alternativ: Trinkflasche) auf eine höhere Ebene zu stellen, um so zu vermeiden, dass Einstreu hineinkommt.

In den Käfig gehört auf jeden Fall eine Trinkflasche und Klettermöglichkeiten (Steine, Holz, etc.). Ein Fressnapf muss nicht unbedingt sein, da die Tiere in ihrer Heimat im Boden nach Essbarem suchen. Er ermöglicht allerdings die Kontrolle über die Essgewohnheiten und verhindert, dass die Rennmäuse ihr Futter in der Einstreu vergraben und horten. Hat man mehr als eine Ebene zur Verfügung, bietet sich alternativ zur Trinkflasche auch der Einsatz eines Trinknapfes an. Vor allem dann, wenn der Behälter komplett im Aquarium/Terrarium untergebracht werden soll, da Rennmäuse auch durchaus in der Lage sind, eine Trinkflasche zu zerstören. Außerdem brauchen Rennmäuse Heu, Stroh, Zweige oder ähnliches zum Zernagen. Als Einstreu kann Kleintierstreu oder Sand (Sandkasten- oder Vogelsand) dienen. Ich bevorzuge hier Vogelsand, da Rennmäuse ausgiebige Sandbäder zur Fellpflege nehmen und daher sowieso immer mindestens eine Schale Sand im Käfig stehen sollte.

Ein Schlafhaus brauchen Rennmäuse, im Gegensatz zum Hamster nicht unbedingt; einige Versteckplätze bzw. Höhlen, in die sich die Mäuse bei Bedarf zurückziehen können, sollten dennoch vorhanden sein. Aber Vorsicht: Alles, was zernagt werden kann, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch zernagt. Vorsicht ist auch bei Laufrädern geboten. Bei vielen Laufrädern besteht die Gefahr, dass die Rennmäuse mit ihren Schwänzen zwischen den einzelnen Stegen hängen bleiben und sich verletzen können. Andersherum kann es aber auch sein, dass das Laufrad zerlegt wird, wenn es nicht aus Metall ist. Allerdings nehmen viele Rennmäuse Laufräder auch gar nicht an, sondern sind eher an Klettermöglichkeiten interessiert.
Schließlich sollte man den Tieren stets Material geben, an dem sie ihrem
Nagebedürfnis freien Lauf lassen können. Zum einen nutzen sich die Zähne besser ab und zum anderen wirken die Mäuse dann oft ausgeglichener. Sehr gut geeignet sind hier z.B. leere Rollen von Toiletten- und Küchenpapier, Reisig von Obstbäumen, Weiden oder Birken, Hasel- und Erdnüsse (mit Schale) oder leere Pappverpackungen. Gern werden auch Zeitungen, Papier, Taschentücher oder einzelne Küchentücher genommen. diese werden dann in kleine Stückchen zerlegt und anschließend ins Schlafnest eingebaut. Wer seinen Rennmäusen dann noch eine besondere Freude machen möchte, soll einmal eine komplette Rolle Toilettenpapier in den Käfig geben...