45l Meerwasser - das neue alte Nanoriff

 

  Nun hat sie mich also auch erwischt: Die Salzeritis - Krankheit aller Meerwasseraquarianer nahezu ohne Heilungschancen. Nachdem es im 12l-Aquarium nun doch langsam eng wurde und die Gestaltungsmöglichkeiten doch arg zu wünschen übrig ließen, sollte das Nanoriff nun doch mehr Raum erhalten. Aus den Anfangszeiten meines Aquaristik-Hobbys existierte noch ein 45l-Becken, das sein trauriges Dasein im Schuppen meiner Eltern fristete. Nun bot es sich für ein Revival an. Anfangs hatte ich Bedenken, ob es nach der langen Standzeit im Trockenen noch dicht sein würde. Ein Probelauf mit Süßwasser räumte diese Bedenken jedoch schnell aus dem Weg. Der Weg für die Vergrößerung des Riffs war somit frei.  

 

  17.07.2005
Aus destilliertem Wasser und Meersalz werden 10l Meerwasser zusammengebaut.

 

 
  18.07.2005
Das Becken wird mit den 10 Litern befüllt. Dazu kommen noch 3 Kilo Korallensand als Bodengrund. Eine Luftpumpe sorgt vorübergehend für etwas Bewegung und Belüftung.

 

 
  20.07.2005
Der gesamte Besatz zieht in das größere Aquarium um. Das Wasser und den Korallensand aus dem kleinen Becken gebe ich ebenfalls mit ins Becken, um die Einfahrphase abzukürzen. Das Aquarium ist zwar nun erst zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Aber die Steine und Korallen stehen zumindest unter Wasser. Die fehlenden Liter werden nach und nach ergänzt - anstelle des Wasserwechsels.
Da die Technik für das 12l-Becken eigentlich bereits überdimensioniert war, konnte ich alles auch am 45l-Becken weiterverwenden. Lediglich eine Energiesparlampe wurde für einen Testlauf durch eine 15W T8-Röhre mit entsprechendem Spektrum ersetzt.

vorläufige technische Daten:

50x30x30cm Rechteckbecken
Aquaclear mit ca. 600 l/h als Strömungspumpe mit RowaPHOS gefüllt
1 x 15W T8 weiß
2 x 9W Energiesparlampe (1 x weiß, 1 x blau)

 

 
  22.07.2005
Die beiden Eunicea und die Xenia bleiben auch heute geschlossen - im Gegensatz zu allen anderen Korallen, die bereits wieder schön geöffnet stehen. Die größere der beiden Hornkorallen siedele ich deshalb erstmal um.

 

 
  23.07.2005
Heute zeigen die beiden Gorgonien wieder ihre Polypen - obwohl ja nur eine ihren Standort wechseln musste. Vermutlich haben sie doch einfach nur etwas empfindlich auf den Umzugsstress reagiert. Auch mein Röhrenwurm hat einen Teil seiner Röhre abgeworfen. Aber wenigstens ist er immer wieder zu sehen. Die Xenia sieht allerdings immer noch nicht sehr glücklich aus.

 

 
  24.07.2005
Möglicherweise habe ich die Ursache für das Unwohlsein der Xenia auch gefunden: Eines der Keniabäumchen konnte ich zweimal dabei erwischen, wie es mit einem Ast quer über der Kolonie lag und diese fast erdrückte. also habe ich den Stein mit den Keniabäumchen etwas zur Seite gerückt, damit das Keniabäumchen nicht mehr an die Xenia heranreicht.
Einer meiner Einsiedler hat mir außerdem noch einen gehörigen Schrecken eingejagt. Der hing so komisch leblos aus seinem Häuschen heraus, dass man ihn für tot halten musste. Tja, und dann sah ich einige Zeit später, wie sich der Einsiedler abmühte, seine alte Exuvie aus dem Schneckenhaus heraus zu schieben. Er hatte sich also direkt vor meinen Augen gehäutet. Leere Einsiedlerpanzer im Becken war ich ja zu diesem Zeitpunkt schon gewohnt. Dass allerdings die Exuvie noch im Schneckenhaus steckte, war ein Novum. Für die ganze Aktion hat er übrigens einen ganzen Tag gebraucht.

 

 
  25.07.2005
Der Röhrenwurm hat nochmal ein Stück seiner Röhre abgeworfen. Na toll! Jetzt sitzt er mit seiner Öffnung direkt vor den Krusten. Ob er das wohl so viel angenehmer findet?

 

 
  28.07.2005
Heute ist die erste Steinkoralle im Nano eingezogen: Eine Caulastrea curvata. Ich hoffe, dass sie mit der Beleuchtung zurecht kommt. Sobald neues Lebendgestein eingezogen ist, soll sie auf diesem angesiedelt werden, damit sie näher an die Röhren kommt. Vorläufig habe ich sie erstmal mitsamt ihrem Stein auf dem Bodengrund abgesetzt. Der größte Stress scheint gegen Abend auch überwunden zu sein. Jedenfalls reckt sie nach dem Löschen des weißen Lichts erstmals ihre Tentakel ins Wasser.

 

 
  31.08.2005
Ein neuer (1,7 Kilo schwerer) Brocken Gestein zieht ein. Leider blieb er nicht so liegen wie er sollte - dafür werde ich mit dem Anblick zweier kleinerer weißer Röhrenwürmer entschädigt.
Am Ablegerstein der Caulastrea entdecke ich außerdem noch einen winzigen Ableger einer Koralle, den ich auf Anhieb nicht identifizieren kann. Ein kurzes Gespräch klärt mich dann auf: Vermutlich hat sich eine Pocillopora als blinder Passagier eingeschlichen. Ergo: Ich habe nicht eine, sondern zwei Steinkorallen im Nanoriff. Ob meine Beleuchtung für eine kleinpolypige Steinkoralle ausreicht, wage ich noch zu bezweifeln. Aber ich warte und hoffe...

 

 
  01.08.2005
Der Röhrenwurm hat zwar offenbar seinen neuen Platz auserkoren. So ganz gefällt mir allerdings immer noch nicht, dass er mit seiner Krone in den Krusten hängt. Also habe ich eine Kolonie von Briareum sp. auf den zweiten lebenden Stein gesetzt und die Krusten an den alten Platz der Briareumkolonie. Nun wird der Wurm wenigstens nicht mehr beim Nahrungsfang gestört.
Die Caulastrea hat ebenfalls einen Platz auf dem neuen Stein eingenommen.

 

 
  02.08.2005
Die Strömung, in der die Kalkachsenkoralle steht, ist an dieser Stelle wohl doch ein wenig heftig. Die armen Polypen sehen ein bisschen aus wie vom Winde verweht. Deshalb stehen sie nun neben dem Röhrenwurm - dort, wo zuvor noch die gelben Krusten standen...

 

 
  03.08.2005
Um den Korallenbewuchs auf dem "alten" lebenden Stein etwas zu entzerren, habe ich die Sinularia brassica nun auf den neuen Stein hinüber gesetzt. Mal sehen, ob es ihr dort auch gefällt. Auf jeden Fall hätte sie nun mehr Platz, sich auszubreiten.

 

 
  05.08.2005
Die Sinularia ist nun wieder voll geöffnet. Offenbar scheint ihr die stärkere Strömung nicht zu missfallen.

 

 
  aktuelle Wasserwerte vom 05.08.2005

Dichte = 1,023
KH = 11
pH = 8,0
NO2 = n.n.
NO3 =n.n.
PO4 = 0,1 mg/l
Ca = 396 mg/l
Mg= 1240 mg/l